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((Überschrift)) 

Ärger mit dem Brandzeichen fürs Handy
Oftmals sind regulär gekaufte Geräte mit Discounter-Karte preiswerter

((Vorlauf))

Mit kastrierten Handys versuchen die Mobilfunkanbieter, ihre Kunden ins Internet zu locken. Das kann ein teures Vergnügen werden, vor allem wenn Funktionen wie das Übertragen von Fotos via Bluetooth blockiert sind. Doch es gibt Tricks, die lästige Einwahl zu umgehen.

((Lauftext))

Wenn das nicht verlockend klingt: In den Mobilfunk-Shops von Vodafone, T-Mobile & Co. liegen edel gestylte Handys für nur einen Euro in den Regalen. Doch dahinter steckt meinst ein " gebrandetes" (gekennzeichnetes) Handy. Diese Modelle hat der Mobilfunkbetreiber unterschiedlich stark nach seinen Wünschen manipuliert - zu erkennen an einem gut sichtbaren Logo auf Gehäuse oder Display.

Solche Handys mit Brandzeichen sind in der Regel mit einer programmierten Taste (Softkey) ausgestattet, die den Zugang zu den Unterhaltungs-Portalen des Mobilfunkanbieters im Internet gestattet.

"Der einzige Vorteil bei gebrandeten Handys ist der schnelle Zugang zum Internet", bestätigt Rolf Dickopp, Chefredakteur vom Handy-Magazin Funky (http://www.funky.de) in Sinzig. Doch die fixe Einwahl kann schnell zum Nachteil werden, vor allem, wenn sie unbeabsichtigt geschieht. Wer sein Handy in der Hosentasche trägt, läuft Gefahr unbemerkt eine teure Verbindung ins Netz aufzubauen.

Kritiker bezeichnen Branding deshalb auch als einen Trick der Mobilfunkanbieter, um Kasse zu machen. Widerstand ist zwecklos: "Grundsätzlich kann ein Kunde die Kosten für versehentlich ausgelöste Verbindungen einklagen", sagt Dickopp. Dazu muss er allerdings nachweisen, dass er beim Kauf nicht auf die veränderte Programmierung und die Einschränkungen des Branding-Handy hingewiesen wurde. Ob sich der Rechtsweg wirklich lohnt, wagt Dickopp zu bezweifeln.

Die lästige Internet-Taste ist aber nicht der einzige Nachteil vom Branding. Mitunter fehlen dem Handy mit Logo auch nützliche Funktionen: "Es kann teuer werden, wenn man beim Branding-Handy die mit der Kamera geschossenen Fotos nur per kostenpflichtiger MMS und nicht per kostenlosem Bluetooth-Dateitransfer an andere Geräte wie den eigenen PC übermitteln kann", sagt Kai Petzke, Telefonexperte vom Online-Magazin Teltarif.de.

Als größtes Manko bei Handys aus dem Netzbetreiber-Shop bezeichnet der Profi jedoch die Folgekosten des Handy-Vertrages, an den der Kunde 24 Monate gebunden ist. Andere Branding-Merkmale sind von eher untergeordneter Bedeutung: "Manchmal sind es nur ein zusätzlicher Aufkleber und einige im Handy-Speicher installierte Logos, Animationen und Klingeltöne, die sich allesamt leicht entfernen lassen", sagt Petzke.

Von Anbieter zu Anbieter gibt es feine Nuancen auf die der Kunde beim Kauf unbedingt achten sollte. So schränkt O2 die Möglichkeit zur Konfiguration der angebotenen Handys nicht ein. Als Musterknabe erweist sich E-Plus: "Es entspricht den Erwartungen unserer Kunden, dass wir unsere Handys nicht branden", erklärt Firmensprecher Jörg Carsten Müller.

Tipps, wie der Kunde dem Branding ein Schnippchen schlägt:

· De-Branding. Firmen wie Smartmod (http://www.smartmod.de) löschen gegen Gebühr die Software des Netzbetreibers und spielen dafür die Originalsoftware des Geräteherstellers auf. Das Handy wird damit quasi auf Null gesetzt. Die Bilder, Themen und Klingeltöne des Netzbetreibers sind dann weg. Vorsicht: Die Garantie und die Gewährleistung könnten dabei verloren gehen. Experten äußeren sich daher über das De-Branding eher skeptisch.

· Tastensperre aktivieren. Damit wird das versehentliche Einwählen ins Internet verhindert.

· WAP-Profil sperren um den Zugang ins Web-Portal des Providers zu sperren. Das geht jedoch nicht bei allen Mobiltelefonen.

· Handy nicht beim Netzbetreiber kaufen. Das Gerät ist zwar teurer, mit einer Sim-Karte eines Mobilfunk-Discounter wie Blau, Simyo oder Klarmobil spart man dennoch.

· Gerät im Laden testen. Wird man nach dem Einschalten von einer speziellen Online-Seite begrüßt, sollten die Alarmglocken läuten.

Till  Wortmann / DigiText

 


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Letzte Aktualisierung: 28.10.2006