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((Überschrift))
TV-Schnipsel auf dem Handy
((Vorspann))
Bildtelefon, Radio und TV auf dem Handy: Mobiltelefonieren wird mit
UMTS richtig unterhaltsam. Doch der Kunde zeigt der neuen Handy-Generation
noch die kalte Schulter.
((Lauftext))
Beeindruckend: Dank wieselflinker Datenübertragung flimmern mit UMTS
sogar Fernsehbilder aufs gestochen scharfe Handy-Display. Keine Frage: Die
dritte Mobilfunk-Generation entpuppt sich als wahrer Alleskönner: Videos,
Games, Internet, E-Mail - alles kein Problem mehr Mit UMTS verschwindet
wohl endlich auch die farblose, vor allem bei Jugendlichen beliebte SMS.
Flotte Video-Konferenzen warten darauf, die drögen Kurzmeldungen
abzulösen. Bisher ruckelten die Daten mit 9600 Kilobits über den Äther.
Umso erstaunlicher, dass die Teilnehmer dem mobilen Daten-Highway - im
Frühjahr 2004 mit enormer Verzögerung und riesigen Erwartungen in
Deutschland eingeführt - eher distanziert gegenüberstehen. "Es gibt
bislang deutlich weniger Kunden, die UMTS regelmäßig nutzen, als dies
die Experten noch vor ein oder zwei Jahren vorhergesagt hätten",
sagt Martin Müller, Sprecher beim Onlineverlag Teltarif.de in Göttingen
(www.teltarif.de). Genaue Zahlen sind
den Mobilfunkbetreibern schwer zu entlocken. Einzig Vodafone D2 gibt für
Deutschland 360 000 Nutzer an. Der relative Erfolg der Düsseldorfer
verwundet nicht: Die Rheinländer betreiben als einziger Anbieter eine
aggressive UMTS-Neukundenkampagne.
Gute Versorgung An mangelnder Abdeckung kann die Zurückhaltung der
Nutzer nicht liegen. Lief Anfang 2004 UMTS vor allem in den
Ballungsräumen, hat sich die Ausbreitung klar verbessert. Müller:
"Mittlerweile gibt es auch in kleineren Städten und entlang der
Hauptverkehrswege UMTS-Netze". Vodafone D2 bietet derzeit eine
Verfügbarkeit in über 700 Städten und Gemeinden an. "Bis
Jahresende werden wir insgesamt 2000 Städte und Gemeinden mit UMTS
versorgen", verspricht D2-Sprecherin Ute Schack. Das entspricht etwas
60 Prozent der Bevölkerung. Doch es wird noch einige Zeit dauern, bis das
neue Netz so flächendeckend funktioniert wie das trödelige GSM. Zum
Glück können die neuen UMTS-Handys, die eher wie Organizer aussehen,
auch in den "alten" GSM-Netzen funken.
Knackpunkt Inhalte Die Experten sind sich einig, dass der Durchbruch
von UMTS für den Massenmarkt nur über wirklich gute Inhalte kommen kann
- etwa Radio, Kinovorschauen, Shopping, Navigation oder Videoclips. Doch
genau hieran hapert es noch. "Eine Killerapplikation, wie es
seinerzeit die SMS in der GSM-Telefonie war, gibt es aktuell noch
nicht", bestätigt Hayo Lücke, stellvertretender Chefredakteur von
Onlinekosten.de (www.onlinekosten.de)
in Hürth. Der Experte gibt der Videotelefonie - dem Bildtelefon also -
gute Chancen eine solche Anwendung zu sein. Was den Kunden derzeit noch
davon abhält, statt der Bildtelefonie lieber weiter langweilige SMS auf
seine Mini-Tastatur einzuhacken, sind die hohen Kosten. Lücke:
"Minutenpreise von über einem Euro für die Kunden sind derzeit
preislich unattraktiv". Ute Schack nennt zwei weitere Top-Highlights,
die bei den Vodafone D2-Kunden gut ankommen: Musikdownloads aus einem Pool
von 500 000 Songs sowie Fernsehen auf dem Handy. Bei den Rheinländer
flimmern schon 15 TV-Sender aufs Handy-Display. Dazu zählen vier
Live-Sender: CNN, Wetter-TV, Fashion TV und Eurosports. Der Kunde kann
sich neben TV-Schnipseln, die als Loop (deutsch: Schleife) gesendet
werden, sogar vollständige Sendungen wie "Gute Zeiten, schlechte
Zeiten" ansehen. Wann jedoch für das fixe Mobilfunknetz die
schlechten Zeiten endlich durch gute abgelöst werden, vermag niemand zu
sagen.
Till Wortmann/Digitext
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Rückblick: Der lange Weg zu UMTS Weil die Funkfrequenzen im Äther
knapp und begehrt sind, versteigerten am 31. Juli 2000 die Regulierer um
Präsident Klaus-Dieter Scheurle die UMTS-Lizenzen, um einen
höchstmöglichen Preis zu erzielen. Das ist ihnen auch gelungen: T-Mobile
(www.t-mobile.de, Vodafone (www.vodafone.de),
E-Plus (www.eplus.de), o2 (www.o2online.de),
Mobilcom (www.mobilcom.de) und Quam (www.quam.de,
Netzbetrieb eingestellt) erwarben die Lizenzen für rund 50 Milliarden
Mark - zur Freude von Finanzminister Hans Eichel. Damit ist die dritte
Mobilfunkgeneration die teuerste Technik in der Geschichte der
Telekommunikation. Für zwei Anbieter erwies sich der Lizenz-Poker als zu
riskant: Mobilcom und Quam gaben ihre UMTS-Lizenzen zurück. Die
Branchenriesen Vodafone und Deutsche Telekom birgt UMTS kein finanzielles
Risiko: Sie können einen Teil ihrer alten Infrastruktur weiternutzen und
einen nahtlosen Übergang von GSM zu UMTS garantieren, weil sie schon
über Vertrieb und Kundenstamm verfügen. Die Endabrechnung bekommt am
Ende ohnehin der Handybesitzer serviert: Der zahlt nämlich letztlich
alles über die Telefonrechnung.
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Technischer Hintergrund UMTS (Universal Mobile Telecommunication
System), die Technik mit dem umständlichen Namen, ist wesentlich
leistungsfähiger als die Vorgängerstandards "Global Standard for
Mobile Communication" (GSM) und "General Packet Radio
Service" (GPRS). Sie bietet Vorteile vor allem für die mobile
Datenübertragung. Statt der 9,6 Kilobit pro Sekunde (KB/s) bei GSM
beziehungsweise 53,6 KB/s bei GPRS werden bei UMTS Datenraten von bis zu
384 KB/s pro Sekunde übertragen - das entspricht sechs ISDN-Kanälen. In
der Endstufe sollen es sogar einmal zwei Megabit pro Sekunde sein. Doch
Vorsicht: Einige ältere Endgeräte wie das Nokia 6650 unterstützen nur
Übertragungsraten von maximal 128 KB/s. Details zur Technik liefert der
UMTS-Report unter www.umts-report.com
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