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((Überschrift)) 

Freiheit Gleichheit und DSL Anschluss
Die nächste Bundestagswahl im Jahr 2009 wird bereits angepeilt

((Vorlauf))

Seit dem 10. September 2006 hat auch Deutschland eine Piratenpartei. Wie die anderen europäischen Piraten fordert die Partei ein neues Urheberrecht, besseren Schutz des Staatsbürgers vor Überwachung und eine Duldung des Tauschs digitaler Kulturwaren.

((Lauftext))

In Frankreich, Belgien, Schweden und Österreich war die Gründung der jeweiligen nationalen Piratenpartei rasch erledigt. In Deutschland hingegen debattierten einige Dutzend Aktivisten monatelang darüber, wie das Logo aussehen soll und ob der Mitgliedsbeitrag zehn oder 20 Euro betragen soll.

In den grundsätzlichen Fragen herrschte dabei meist Einigkeit: Wie die Piraten in Schweden und Frankreich werden vornehmlich die Freiheiten und Rechte des Einzelnen im digitalen Zeitalter eingeklagt. Dabei betonen die Aktivisten der deutschen Piratenpartei, dass sie keine „reine Filesharing-Partei“ seien, die dafür einträte, dass jeder Mensch unbehelligt und gratis so viele Musik- und Videodateien aus dem Netz herunter laden dürfe, wie er wolle.

Im ersten Programmpunkt der Satzung heißt es, dass die Piratenpartei jedem Menschen „einen umfassenden Zugriff auf das Wissen, die Kultur, öffentliche Informationen und andere digital reproduzierbare Güter ermöglichen“ wolle.

Im Berliner C-Space, einem schicken Ausgeh-Schuppen für Fans kultivierter Elektronik-Musik, ging es am 10. September darum, eine Alternative zur industriefreundlichen Haltung der etablierten Parteien anzubieten. Die Koalition aus SPD und CDU ist sich weitgehend einig in Urheberrechtsfragen, den Forderungen der Industrie wird weitgehend nachgegeben.

Das bedeutet, die Privatkopie von Datenträgern wird faktisch nicht mehr geduldet, Kopierschutz bedeutet Rechtsschutz für die Hersteller, und DRM-Systeme werden zum Standard bei digitalen Videos, Musik-Stücken und Filmen.

Die erste relevante Piratenpartei war die schwedische Piratparti, die am 1. Januar 2006 gegründet wurde und bereits 9000 Mitglieder hat. Bei der Reichstagswahl am 17. September wird der linksliberalen Partei eine gute Chance eingeräumt, mit mehreren Abgeordneten ins Parlament einzuziehen.

Die deutsche Piratenpartei möchte an Bundestags- und Landtagswahlen teilnehmen, bis zur nächsten Bundestagswahl im Jahr 2009 soll die Mitgliederzahl ausgebaut und ein ein Programm erstellt werden. Bereits vor der Gründung hatten sich Aktivisten in einigen Bundesländern getroffen, um Ortsgruppen zu bilden und Detailfragen zu klären.

Das Interesse der Öffentlichkeit ist groß: Der Server der Piratenpartei brach unter dem Ansturm interessierter Besucher am 10. und 11. September zeitweilig zusammen, denn alle wollten wissen: Gibt es das blaue oder das schwarz-rote Partei-Logo?

Peter Kusenberg / DigiText

 


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(Telefon: 0173-612 1674)


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Letzte Aktualisierung: 12.12.2006